HOSPIZ in Koblenz –
Würdevoll leben bis zuletzt

12. Koblenzer Hospiztag: Gelungener interreligiöser Austausch über Sterberiten

Am 27. September 2019 fand der 12. Koblenzer Hospiztag statt. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister David Langner bot der Koblenzer Hospizverein e. V. 130 Teilnehmenden spirituelle Impulse für die kultursensible Sterbebegleitung

Unsere Gesellschaft ist zunehmend von Migration beeinflusst. Verschiedene Religionen und Kulturen bringen ihre eigenen spirituellen Erfahrungen mit. Was ist am Ende des Lebens für Einzelne im Kontext ihrer Religion wichtig? Diesem Thema widmete sich am 27. September 2019 der 12. Koblenzer Hospiztag unter dem Motto „Traditionen, Riten und religiöse Bräuche: Vom Begegnen am Lebensende“.

130 Teilnehmende aus Rheinland-Pfalz nahmen die Einladung des Koblenzer Hospizvereins e.V. im Forum Vinzenz Pallotti in Vallendar an. Schirmherr David Langner betonte in seiner Begrüßung, er habe großen Respekt vor der Leistung der Hospizarbeit und ihm sei die Unterstützung ein großes Anliegen. Er selbst habe durch Besuche bei Sterbenden wertvolle Erfahrungen gesammelt. Er unterstützt mit seiner Schirmherrschaft das Anliegen, Sterben zu enttabuisieren und als Teil des Lebens zu verstehen. Darüber hinaus dankte er den Organisatoren des Tages, Hospizarbeit mit den aktuellen Themen der Migration zu verbinden und öffentlich zu diskutieren.

Dr. Carmen Birkholz, Diplom-Theologin und Inhaberin des Instituts für Lebensbegleitung in Essen stimmte mit ihrem Vortrag „Melodien der Seele“ am Vormittag auf das Thema ein. Zum einen ging sie auf die spirituelle Bedeutung von Religionen für den Menschen in seiner Sterbekultur ein. Zum anderen bot sie den Teilnehmenden einen historischen und kulturellen Einblick in den Buddhismus, das Christentum, den Islam und das Judentum.

Am Nachmittag luden die Vertreterinnen und Vertreter der Religionen zum Austausch in unterschiedliche Räume ein. Der Verein konnte Nicola Pfeffer, praktizierende Buddhistin der Karma Kagyü Schule Diamantweg, Rita Krebsbach, Pastoralreferentin und Katholische Krankenhausseelsorgerin, Abdul Waseh Basit, Imam der Bait-ur-Raheem Moschee und Avi Avadiev, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz und Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz für den Tag gewinnen. Die Vorträge gaben Einblicke und Impulse zu den Traditionen, Riten und religiösen Bräuchen der jeweiligen Religion. Warum darf ein Buddhist mindestens 30 Minuten nach seinem Tod nicht berührt werden? Wie nimmt man einem gläubigen Christen in seinen letzten Stunden die Angst vor dem Fegefeuer? Warum ist es für einen Muslimen Pflicht, Kranke und Sterbende zu besuchen? Und warum werden sterbenden Juden bis zum unmittelbaren Tode alle Speisen gereicht, die diese wünschen? Viele Fragen wurden beantwortet, jedoch war die Zeit zu kurz, um alle Themen aufzugreifen.

„Die hohe Teilnehmerzahl zeigt uns, dass wir mit dem Motto unseres diesjährigen Hospiztages den Nerv der Zeit getroffen haben. Die Veranstaltung trug erfolgreich dazu bei, ehren- und hauptamtliche Hospiz- und Palliativfachkräfte mit den unterschiedlichen religiösen Kulturen bekannt zu machen. Besonders wertvoll sind uns neben dem internen Austausch die Vernetzung mit den Vertreterinnen und Vertretern der Glaubensgemeinden und die Möglichkeit, Kontakte fortzusetzen. Alle Fragen, die offen blieben oder zukünftig gestellt werden, können wir nun direkt und unkompliziert weiterleiten. Umgekehrt können wir die Hospizarbeit in die Glaubensgemeinschaften bringen und bekannt machen“, so Ina Rohlandt, Geschäftsführerin des Koblenzer Hospizvereins e.V.

 

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