Rückblicke: Das Jahr 2011

Was vom Leben übrigbleibt

Petra Afonin in „Ich bin das noch“

Theater- und Chansonabend zum Thema Demenz


Petra Afonin greift auf bewährte Weise ein sozial wichtiges Thema auf und widmet sich nach ausgiebigen Recherchen der Umsetzung für die Bühne. Das Theaterprojekt "Ich bin das noch" beschäftigt sich nicht mit den Defiziten, der Fokus ist auf das gerichtet, was bleibt, wenn ein Mensch an Alzheimer-Demenz erkrankt.

 

 

Was bleibt, wenn Sprache reduzierter oder gar nicht mehr zur Verfügung steht und Anderes zum Ausdrucksmittel in der Kommunikation wird, ist genauso intensiv beleuchtet wie die nicht vorhandene gesellschaftliche Lobby, die pflegende Angehörige und Freunde nach wie vor vermissen.

 

Petra Afonin hat in Seniorenwohnstätten, in der Gerontopsychiatrie, in Angehörigengruppen, in privaten Familien, bei professionellem Pflegepersonal und in Beratungsstellen intensiv recherchiert, bevor sie sich zu der Überschrift entschlossen hat: "Ich bin das noch"

Dieser Satz könnte sowohl von Menschen mit Demenz als auch von deren Umfeld geäußert werden.

 

"Großer Trost war für mich die Erkenntnis, wie viel von einem Menschen bleibt, auch wenn Sprechen als Kommunikationsmöglichkeit irgendwann gar nicht mehr vorhanden ist. Ich würde es das Grundklima einer Seele nennen, was mich da auch ohne Sprache immer wieder berührt hat." so Afonin.

 

Auch in diesem Sinne möchte das Theaterprojekt "Ich bin das noch" pflegenden Angehörigen aus der Seele sprechen und uns allen insgesamt Mut machen, hinzuschauen, wo Leben nicht nur defizitär sondern nach wie vor sehr lebendig ist.